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Furnishing the Nexus One house
Ich öffne die Batterieabdeckung. Zum ersten mal fällt mir auf, dass der vermeintliche Schlitz für das Mikrophon in Wahrheit der Lautsprecher ist, wie hier unter der Nummer 8 zu lesen ist. Das Mikrophon ist hinter dem kleinen Loch, links von der Kameralinse zu finden. Der Akku fehlt, eine 4 GB MicroSD Karte steckt aber schon drin. Jetzt kommt noch die SIM dazu und der 1.400 mAh Li-Ion-Akku — Achtung: rechts zuerst einstecken. Deckel drauf. Spannung.
Power to the bot
Ich drücke den Power Button. Laaang. Die bekannte Introanimation startet. Sieht aus als würde das LHC ein Microsoft-X beschießen. Kurz blinkt der Android Einrichtungsassistent auf, dann werde ich zur Pin-Eingabe aufgefordert. Während ich hier tippe, geht der Screen aus. Kaputt? Noch mal den Power Button drücken.
Ich gebe die Pin ein, tippe und zack - wieder wird es dunkel. Grrr. Nochmals, eingeben, OK drücken. Wieder aus. Ich werde alt. Power Button und ein Schreck: Ich werde auf Deutsch begrüßt. Willkommen bei Nexus One. Woher weiß er, dass ich in Deutschland bin? Ah, Google weiß ja alles. Schnell die Sprache ändern, auf English (United States). Viel besser. BTW Ich betreibe alle Rechner, Handys und Spielkonsolen auf Englisch. Macht das Leben und die Recherche im Netz einfacher.
Ich touche den grünen Androiden. Jetzt kommt das Lernprogramm, das ich normalerweise überspringen würde, da ich nichts Neues im Vergleich zum Motorola Droid erwarte. Aber schauen wir mal. Wow — das Scrolling ist genauso flüssig wie beim iPhone — sehr seamless. Der Screen bleibt genau unter dem Finger, so muss es sein. Nach dem zweiseitigen Tutorial kann ich ein Google Account erstellen, mich mit einem bestehenden Account anmelden oder beide Optionen überspringen. Also geht es doch mit dem Verweigern, aber bestimmt nicht weit. Da ich ein Google Account habe, richte ich es ein.
Das Eintippen meines Benutzernamens und des Passwortes klappt gut — nicht vertippt. Allerdings hängt er an meinen User Namen ‘yves.luther’ ein ‘@googlemail.com’ an, ich habe aber ein ‘@gmail.com’. Ist eben cooler. Leider kann ich die Einfügemarke nicht platzieren. Jeder lange Touch ruft ein Kontexten auf. Ich will nicht alles selektieren, den Text selektieren, alles ausschneiden, kopieren oder die Input Methode ändern. Also von hinten löschen und die komplette E-Mail-Adresse eingeben und noch mal das Passwort — hurra. Done und Sign in.
Er synchronisiert sich mit den Google Servern und schwups muss ich mich entscheiden, ob ich möchte das Google meine Location anonym auswertet und die Suche sowie andere Services meine Location nutzen dürfen. Klar, da bin ich schmerzfrei. Auf dem nächsten Screen werde ich gefragt, ob Google meine Bookmarks und Wi-Fi Passwörter sichern darf. Mulmiges Gefühl. Der Vorteil bei Verlust des Handys selbige zurückzuspielen können ist reizvoll — also egal zieht euch alles. Jetzt werden das Datum und die Uhrzeit eigerichtet. Automatisch / 24 Stundenformat / Datumformat auf 2010/12/31 und weiter. Jetzt wird wieder gesynct. Während dessen wird mir das Sync-Icon und der Status Bar erklärt, kenne ich aber schon. Ein dezentes Pling weißt mich auf die erfolgreiche Synchronisierung hin.
Jetzt erst mal durchschnaufen
Der Screen geht aus (gähn) und das Scrollbällchen beginnt zu blinken. Irgendwas möchte mir das Nexus One mitteilen. Aufwecken und siehe da: Finish setup. Ah, der animierte Homescreen. Sieht ja aus wie Tron.
Nun sind zwei drahtlose Dinge erst mal wichtig: UMTS/3G abschalten, wegen dem Stromverbrauch und Bluetooth anschalten, wegen der Freisprecheinrichtung im Mini. Beides findet sich in den Settings unter ‘Wireless & networks’, dort kann ich die wichtigsten Drahtlosthemen einstellen: Airplane mode, Wi-Fi und Bluetooth. Unter Mobile networks kann ich ‘Use only 2G networks’ auswählen. Der Nutzen ‘Saves battery’ wird mir direkt darunter angezeigt.
Bevor ich ins Auto steige, wäre ein kurzer Blick nach Facebook nett. Glücklicherweise ist die App bereits vorinstalliert. End-User License Agreement abnicken, E-Mail Adresse und Passwort von Facebook eingeben und nun fragt mich Facebook, ob ich Fotos, Stati und Kontaktinfos zu meinen Kontakten hinzufügen möchte. Klar, das Feature habe ich bei der aktuellsten Version der iPhone App schätzen gelernt. Also wähle ich aus den drei Optionen (Sync all, Sync with existing contacts, Don’t sync) die zweite aus und weiter geht es. Nun bekomme ich noch ein paar Tipps, u.a. dass ich das Facebook Widget auf einem der fünf Homescreens installieren soll sowie dass ich Fotos auch nach Facebook hochladen kann oder einen Ringtone für Facebook Notifications auswählen kann. Jaja und Finish. Okay, im Facebook Newsfeed habe ich nichts verpasst, dann kann ich mich auf die Reifen machen.
So im Mini hat alles geklappt. Auf dem Nexus One nach koppelbaren Geräte gesucht, Passcode im Mini definiert, auf dem Nexus bestätigt und schwupps: straffrei telefonieren im Auto.
Eine kleine Nebenbaustelle: SMS-Empfang vom iPhone 3GS auf das Nexus One umbiegen. Generell mit nur einer SIM ist das kein Problem, hier wird einfach getauscht. Bei Multi-SIMs, die eine im iPhone bleibt ja stecken, die zweite ist im Palm Pré und die dritte steckt nun Nexus One, kann eine Karte als Hauptkarte definiert werden. Das geht ganz einfach mit *222# auf dem Haupt-Handy. Den Status könnte ich mit *221# abgefragen.
Die nächste Nebenbaustelle wäre Twitter. Und Twitter auf Android bedeutet schlicht Seesmic. Also auf in den Android Market. Auch dort muss ich erst mal ‘Terms of Service’ abnicken, die zu meinem Erstaunen wieder auf Deutsch sind. Hatte ich nicht alles auf Englisch gestellt? So verstehe ich zumindest, das Google ein Remote Swipe von bösen Apps machen kann und sich das Recht vorbehält Apps zu prüfen (Hello Apple App Store). Trotzdem: Abnicken. Seesmic suchen. Downloaden. Lesen was die Applikation alles auf meinem Nexus machen darf (vorbildlich!) und dann installieren. Twitter Account eingerichtet - wem fällt es auf? Ich kann nur eins einrichten. Bummer. Ich habe aber vier Twitter Accounts, nee sogar fünf. Und jetzt?
Nächste Herausforderung: Die Einrichtung meines Exchange-kompatiblen Mail-Accounts. Das war dann nicht mehr ganz so intuitiv, daher habe ich den ‘Nexus One user’s guide’ gecheckt. Hierzu muss in den ‘Settings’ unter ‘Accounts & sync settings’ ein weiteres Account vom Typ ‘Microsoft Exchange’ hinzugefügt werden. Dort sind die üblichen Verdächtigen einzutragen und fortan werden E-Mails und Kontakte (hoffentlich) zuverlässig gepusht. Das war einfacher als gedacht, wenn es auch verwirrend ist, zwei Applikationen für Mails zu haben — Google Mail und Email.
Letzte Tat für heute: SplashID installieren. Vorher wundere ich mich über die Zeit: 01:18 — häh? Auf meinem Mac sind es 18:18 Uhr. In den Settings hatte ich doch eingestellt, dass er bitte die Zeit automatisch vom Netzbetreiber ziehen soll. Aber was sehe ich da, ich bin Taipei, was GMT+08:00 bedeutet. Hätte das Nexus One mich nicht via GPS oder Triangulation lokalisieren können? Oder ist die Fabrik fest eingebrannt? Also erst mal Datum und Zeit manuell eingeben, willkommen im 21. Jahrhundert.
Jetzt aber in den App Market, SplashID suchen. Gefunden und Hossa: Die App kostet $ 9.95. Ich klicke auf den ‘Buy’ Knopf. Dann auf den ‘OK’ Knopf. Dann muss ich die Google Checkout TOS abnicken. Ich wähle eine meiner bei Google Checkout hinterlegten Kreditkarten aus und sage ‘Buy now: $9.95. Prüfung und der Download beginnt. Ist ja fast wie in Apples App Store. Der Rest, die Einrichtung von SplashID hat soweit geklappt. Nervig war nur die Mustereinträge alle einzeln zu löschen und das beim Wirelless Sync nicht automatisch die IP-Adresse von meinem Mac erkannt wird. Probiere ich dann Zuhause noch mal.
Fazit des ersten Tages
Viel Arbeit für so zwischen durch. Kontakte, Termine und E-Mails in der Wolke vereinfachen den Umzug. Kleinere Stolpersteine und Einschränkungen der Android Apps hinterlassen ein mulmiges Gefühl. Ohne die iPhone Vorbelastung, wären die aber eventuell gar nicht aufgefallen. Was morgen ansteht weiß ich noch gar nicht. Vielleicht vermehrte Nutzung.
© 2010 by Yves Luther
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