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Die Grubersche Schärfetheorie
Vergangenen Sonntag hat John Gruber anlässlich der Veröffentlichung des Wall Street Journals über eine mögliche Lebertransplantation von Steve Jobs, mal wieder eins seiner detektivischen Meister-Postings verfasst. Und obwohl es an Analyseschärfe kaum wieder zu überbieten ist, frage ich mich wie scharf denn sein Ausgangsmaterial ist.
Vorweg möchte ich klarstellen, dass ich ein großer Fan von John Gruber bin und schon mehrfach seine T-Shirts erworben habe, um ihn in seiner Selbständigkeit als Blogger zu unterstützen. Unter seinen Fans sind die Postings legendär, in denen er Aussagen, Artikel und Kommentare von Dritten bis auf das letzte Satzzeichen zerpflückt. Das Lesen macht ähnlich viel Spaß, wie dem Lauschen der Beweisführungen von Hercule Poirot oder Sherlock Holmes.
Doch etwas brennt mir schon länger unter den Nägeln, nämlich dass Gruber seine Accuratesse wie selbverständlich auf seine Quellen überträgt. Bei ihm selbst hätte ich da nie Zweifel, aber bei seinen Quellen schon. Zwar ist das Wall Street Journal bei weitem nicht mit einem Rob Enderle gleichzusetzen, aber ob dort alles immer mit der Schärfe, Präzision und Intention verfasst wird, wie Gruber es annimmt — ich weiß nicht.
Hoffentlich schreibt John Gruber ein Follow-up zu seiner Analyse und ich würde mir wünschen, dass diese sich dann als genau so treffsicher erweist, wie seine Apple-Keynote-Vorhersagen.
© 2010 by Yves Luther