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Wie ich vor zwei Jahren Google Buzz erfunden habe.
Mit dieser vermessenen Überschrift möchte ich meine uneingeschränkte Eitelkeit befriedigen. Und vielleicht auch meinen Marktwert steigern. Oder beides. Bestimmt auch umgekehrt. Egal.

Alles begann vor zwei Jahren. Damals war ich ein großer Fan von den Aggregationsfähigkeiten von Friendfeed, Activity Streams & Co. Und der Distributionsfähigkeit von Ping.fm. Aber ein noch größerer Fan von einer qualitativen Filterung des Real-Time-Noises.
So habe ich dann meine Idee vom Social Hub in mein Moleskin gescribbelt, etwas später dazu eine Keynote-Präsentation erstellt und diese auf dem BarCamp 3 in Berlin im Oktober 2008 vorgestellt (Video).
Da muss jemand von Google gesessen haben, denn einige der dort präsentierten Features meines Social Hub finden sich nun in Google Buzz wieder. So ist das im Universum. Ideen werden an vielen Stellen gleichzeitig geboren. Nur manche können sie besser groß ziehen.
Doch was habe ich mir unter einem Social Hub vorgestellt, dass ich Ähnlichkeiten zu Google Buzz proklamiere? Die Grundidee war in der Tat die eines ‘Social Networks’ im E-Mail-Client. Und einige der dort grob beschriebenen Features finden sich in Google Buzz wieder.
Aggregation von externen Aktivitäten
Im Social Hub sollten die Aktivitäten meiner Freunde und meine eigenen aggregiert dargestellt werden. In der Tat aggregiert Google Buzz meine eigenen Aktivitäten aus ca. 10 Services und spielt diese als Updates in meinen Buzz Stream ein. Sofern meine Freunde dies ebenfalls tun, sehe ich auch deren aggregierten Updates.
Aggregation von internen Aktivitäten
Auch Aktivitäten, wie IM, E-Mails oder VoIP-Calls sollten im Social Hub aggregiert werden. Ob ich damals schon so weit war diese der Welt mitzuteilen oder diese nur für die eigenen Dokumentation vorzuhalten, kann ich nicht mehr genau sagen. So weit ist Google Buzz zwar auch noch nicht, es werden jedoch Aktivitäten von Google eigenen Services wie Google Talk, YouTube und Google Reader aggregiert und als Updates veröffentlicht.
Suche mit einer Omnibox
Google Chrome als Browser scheint damals recht frisch gewesen zu sein und seine Omnibox zur URL- und Suchanfrage-Eingabe scheint bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Sowas wollte ich auch im Social Hub haben. Google Buzz hat auch eine tolle Suche. Zum Beispiel gehen auch so fortgeschrittene Anfragen, wie ‘commenter:yves.luther’ um sich alle seine Kommentare innerhalb von Google Buzz anzeigen zu lassen.
Mobiler-, Desktop- und TV-Screen
Schon damals wollte ich wenn, dann alles auf allen Screens haben. Natürlich jeweils optimiert. Zwei dieser Screens, den mobilen und den Desktop Screen deckt Google Buzz perfekt ab. Das mobile Interface von Google ist eins der besten überhaupt. Auf dem TV-Screen ist Google so gut wie gar nicht präsent, sieht man mal von der HD-Fähigkeit von YouTube ab. Aber auch so würde ich fast die volle Punktzahl geben.
Relevanz durch Anzahl der Konversationen
Den größten Nutzen von einem Social Network im E-Mail-Client habe ich mir von der Analyse der Anzahl der Konversationen erhofft. Je mehr ich mit einer Person kommuniziere, um so wichtiger ist sie für mich und um so höher sollten Updates dieser Person gewichtet werden. Etwas ähnliches hat Google mit den initial vorgeschlagenen Personen, denen ich folge kann / sollte, gemacht - wenn auch mit zum Teil fatalen Folgen für die Privatsphäre.
Relevanz durch Location
Da ich über das mobile Interface meine Updates in Google Buzz an eine Location knüpfen kann, können andere Buzzer gucken was in ihrer Nähe gebuzzt wird. So, wenn auch komplett automatisch, sollte das Social Hub funktionieren. Google Buzz lässt mit dagegen die Option, ob ich ortsunabhängig oder ortsgebunden buzzen möchte. So ist es besser.
Kontakte als Freunde
Als Verfechter einer kleinen, aber feinen Zahl von Freunden in sozialen Netzen, habe ich einen Vorteil in der Gleichsetzung von Kontakten und Social Networks Buddies gesehen. Oft werde ich dafür angefeindet, weil ich nicht bedingungslos zurückfolge, aber hey - so halte ich das Rauschen gering. Google Buzz zieht nur beim Einrichten die eigenen Kontakte mit Buzz Accounts heran. Spätere Freunde werden nicht automatisch den Kontakten zugeordnet. Würde aber Sinn machen, sobald es sowas wie Direct Messages gibt.
Einfache Medienintegration und -Sharing
Das Social Hub sollte auch lokale, wie Medien in der Cloud, posten können. Google Buzz macht ähnliches und bietet das einfache Einbinden von Fotos, lokal oder aus dem Netz, an. Links in einem Update werden erkannt und es können Meta-Informationen oder Bilder in das Update integriert werden. Bilder und Videos werden inline zum Angucken bzw. Abspielen angezeigt.
Bin ich sauer?
Nein. Ich freue mich. So schön wie Google Buzz geworden ist, konnte ich mir mein Social Hub gar nicht vorstellen. Schade nur dass andere, die von meiner Idee wussten, nicht das Potential erkannt haben und wir etwas daraus gemacht haben. Glücklicherweise habe ich noch ein paar andere Ideen. Bei denen werde ich etwas stärker hinterher sein, dass aus denen etwas wird. Irgendwann muss das mit dem Berühmt- und Reichwerden doch mal klappen.
Nexus One - second to none. Not.
Das Nexus One und ich, wir waren eins. Für eine ganze Woche. Mein bis dahin geliebtes iPhone 3 GS musste so lange ausziehen. Und wie versprochen, habe ich es gemieden, soweit es mir beruflich möglich war. Zwar hatte ich versprochen täglich meinen Leidensweg zu schildern. Am Ende war es aber doch nicht so schlimm und wirklich aufregende, mitteilungswürdige Dinge haben sich selten ergeben. Aber jetzt ist die Flitterwoche vorbei - Zeit für ein erstes Fazit.
UND?
Bevor ich meine dokumentierten Details, positive wie negative, vor euch ausbreite, möchte ich eure brennenste Frage beantworten: ‘Ist das Nexus One besser als das iPhone?’ Meine aufrichtige Antwort ist: ‘Nein.’ Aber es kommt auf dein Voreheleben an. Wenn du noch nie ein iPhone besessen hast, privat oder geschäftlich nicht mit einem Mac arbeitest oder dich sogar an MobileMe vergeben hast, dann würde meine Antwort lauten: ‘Ja.’
Warum?
Trotz aller bekannten Hardware Features, wie das OLED Display, die 5 MegaPixel Kamera samt LED Blitz, die austauschbare Batterie, dem SD-Karten Slot und dem Gigaherz Prozessor, ist das Nexus One in meinen Augen zwar das definitiv beste Android Smartphone, aber nur das zweitbeste überhaupt. Wie gesagt - wenn man nicht von Apples Kelch getrunken hat. Wer im Web eh schon Google Kunde ist, Google Mail, Calendar, Talk, Reader und Picasa nutzt, wer sich nicht mit irgendwas auf seinem Desktop (egal ob PC oder Mac) synchronisieren muss, wer einfach unterwegs nicht umfassend mit dem Internet verbunden bleiben will - für den kann das Nexus One das beste Smarthpone sein.
Darum!
Aber mein Startpunkt, den ich hier beschrieben habe, war ein anderer. Trotzdem möchte ich euch meine Eindrücke nicht vorenthalten, helfen Sie eventuell auch einem Nicht-Macianer zu entscheiden, welches der beiden Königskinder das attraktivere ist.
Hardware
Ohne Frage, das Nexus One ist ein Handschmeichler und en par mit dem iPhone. Fast gleiche Maße, dezent geringeres Gewicht und ein teflonartiges Feeling. Letztgenanntes lässt es etwas sicherer in der Hand liegen und in einer Handy-Socke eingelullt, rutscht es nicht so schnell raus. Es gibt auch ästhetische Details, wie die Symmetrie zwischen den beiden Stromkontakten auf der linken unteren Seite und dem einen auf der rechten mit dem Mikrophon im gleichen Abstand.
Die Schönheit des OLED Display ist schon genügend an anderer Stelle gehuldigt worden. Das es zum Biest im direkten Sonnenlicht wird, sollte aber jedem bewusst sein. Zum schlechten Charakter, der sowohl drinnen wie draußen zum Tragen kommt, gehören die vier im Display integrierten Buttons für Zurück, Menü, Home und Suchen. Diese reagieren auf Berührungen ungefähr so allergisch, wie Vampire auf Silber. Kein guter Schachzug für Bedienelemente, die mit zu den am häufigst genutzten gehören. Vor allem der Home Button gehört für meinen Geschmack definitiv in Physik gegossen. Er soll mich verlässlich nach Hause bringen, ohne das ich hingucken oder es mehrfach probieren muss. Der Scrollball würde sich definitiv dafür anbieten, aber dessen Teufelswerk wird an anderer Stelle beschrieben.
Das Durchhaltevermögen des Nexus One in Sachen Standby bewegt sich auf gleichem Niveau wie beim iPhone 3 GS. Mit aktiviertem 3G schläft es gern jede Nacht am Ladegerät. Bei 2G kommt es durch die Nacht, hätte aber gern um die Mittagszeit einen kleinen Nachschlag Strom. Wenn es einmal leergelaufen ist, wacht es brav wieder am Strom auf und verhält sich nicht so komatös wie der Palm Pré, der erst einen bestimmten Ladestand benötigt, bevor er sich aufzuwachen traut.
Mit zum Besten gehört für mich das aktive Noise Cancelling. Das zweite Mikrophon auf der Rückseite nimmt Umgebungsgeräusche auf und regelt damit die Qualität der Wiedergabe und Aufnahme. Klasse. Ich weiß zwar nicht, ob es ein Verdienst des Noise Canceling ist, aber in der Bluetooth Freisprecheinrichtung meines Minis, klingt das Nexus One deutlich lauter, als das iPhone. Selbst wenn ich die Lautstärke voll aufdrehe bin ich gezwungen mit dem iPhone nur 120 km/h zu fahren, um meine Gesprächspartnerin noch zu verstehen.
Software
Aua - eine Tasche voll Schmerz. Das Webseiten und HTML-E-Mails nicht korrekt dargestellt werden, kann ich noch knapp durchgehen lassen. Aber in Kombination mit der unpräzisen Doubletap-Vergrößerung (die regelmäßig als Anklicken eines Links missinterpretiert wird) und der fehlenden Vergrößerungsfunktion im E-Mail-Programm. Grr. Auch das schnelle Scrollen an den Anfang einer Webseite mit einem Doubletap auf den Status Bar, wie wir es vom iPhone kennen - Fehlanzeige. Zwar bauen sich Webseiten auf dem Nexus One rasend schnell auf und das schnelle Scrolling unterstützt auch den Geschwindigkeitsrausch, aber eine Webseite wie Techcrunch muss ich vier mal (mit Auslaufen lassen) anstupsen, bis ich am Anfang bin. Da ist der dezente Doubletap im Safari ein echter Igel.
Wo wir gerade beim Browser sind: Was haben wir über das fehlende Copy-n-Paste auf dem iPhone gelästert. Das können wir nun beim Android Browser weiter machen. Eine Text- oder Bildselektion geht nämlich gar nicht. Dito in den E-Mail-Programmen. Eine Textselektion geht nämlich nur in Eingabefeldern. Und zwar so: Zuerst muss der Cursor mit dem Scrollbällchen an die richtige Stelle buchsiert werden. Einfach an die entsprechende Stelle tappen oder dann sogar die Einfügemarke verschieben geht nicht. Nun laaange irgendwo in das Eingabefeld tappen. Es öffnet sich ein Menü, in dem ‘Select text’ zu wählen ist. Jetzt die Einfügemarke verschieben, wobei der Text selektiert wird. Dann den Scrollball drücken und aus dem Menü wahlweise ‘Cut’ oder ‘Copy’ wählen mit erneutem Drücken. Nun wieder die Einfügemarke via Scrollball an die Stelle verschieben, wo wir den Text einfügen wollen. Nun wieder laaange tappen oder ab und an klappt es auch den Scrollball zu drücken. Wieder geht das Menü auf, aus dem nun ‘Paste’ zu wählen ist. Da sage ich, dann lieber gar nicht.
Ein weiteres, sehr essentielles Problem ergibt sich aus der hakeligen Synchronisationsfähigkeit zwischen dem Nexus One und den Programmen, die ich üblicherweise auf dem Mac benutze, wie iCal und Address Book. Zwar gibt es in Snow Leopard die Möglichkeit ein Google Account zu hinterlegen, aber die Synchronisierung klappt entweder nur bei der Einrichtung oder nur unidirektional oder nach einem nicht nachvollziehbarem Zufallsprinzip. Android Handys lassen sich definitiv nur produktiv nutzen, wenn man mit E-Mails, Kalender und Kontakten in der Wolke lebt und dann auch nur bei Google. Ich weiß, dass Lieschen Müller alle ihre Kontakte auf der SIM-Karte hat, mit SMS statt E-Mail zufrieden ist und gar nicht erst weiß, dass ihr Handy einen Kalender hat - aber hallo, wir sind im 21. Jahrhundert und auch Google sollte wissen, dass es da draußen noch etwas anderes gibt.
Ein wahrscheinlich nur mittelfristiges Problem ist der Reifegrad bei Android Applikationen im Allgemeinen. Die Facebook App verlinkt zu häufig in das mobile Interface von Facebook. Seesmic, nach einhelliger Meinung der noch am besten zu ertragende Twitter Client, kann es nur mit einem Account. Splash ID weigert sich standhaft trotz kauf, mit dem Desktop Pendant zu synchronisieren. Google Goggles braucht definitiv eine Augenlasik. Foursquare macht seinen Job schon mit am Besten. Eine richtige Perle dagegen, habe ich mit SlideScreen entdeckt. Wobei die Entwickler ihr Produkt dringend als Idle Screen-Ersatz und nicht als Home Screen-Ersatz umschreiben und positionieren sollten. Doch dazu hoffentlich später mehr in einem eigenen Posting.
Netz
Nothing special here. Das US Nexus One läuft prima im deutschen Netz der Deutschen Telekom und das mit 3G und 2G. Die in den USA aufgetauchte Problematik, dass das Nexus One bei aktiviertem 3G zwischendurch auf 2G springt, konnte ich nicht feststellen. Allerdings befinde ich mich auf größtenteils in Bereichen mit stabilem Wi-Fi. Ach ja, noch eine Entdeckung, die ihr bestimmt schon lange wusstet, ich aber nicht. Handys, die aktiv auf 2G gebremst werden, stören mit ihrem Gesumme und Geknatter umliegende Lautsprecher. Sehr nervig. Geht aber weg, wenn man 3G aktiviert - genauso wie der Strom in der Batterie.
Bonus
Als Bonus möchte ich euch an einer persönlichen Theorie teil haben lassen. Ich glaube nämlich nicht, dass das Nexus One ein von langer Hand geplanter Coup von Google ist. So, wie wir Eingeweihte das von Apple gewohnt sind. Google hat zwangsläufig sehr häufig Kontakt mit Hardware-Herstellern, die Android Devices bauen bzw. bauen wollen. Bei Handys verhält es sich eben nicht so, dass auf jedwelcher Hardware irgendein OS geworfen werden kann. Und eines Tages hat dann HTC Google einen frühen Prototypen des Nexus One gezeigt. Google erkannte schnell, dass zum ersten Mal seit dem das iPhone Anfang 2007 präsentiert wurde, ein Smartphone in dessen Hardware-Nähe gekommen ist. Nach drei Jahren (hier bitte kurz innehalten), nach drei Jahren! Egal welcher Anbieter, egal welches Handy-Betriebsystem - keiner hat es auf die Kette bekommen. Bis dahin. Fand Google auch und dachte sich, bevor HTC damit bei den Carriern aufschlägt, ziehen wir es uns an Land.
Warum ich das glaube? Nun, das Nexus One hatte einfach denkbar schlechte Startbedingungen für ein Smartphone von Google. Es läuft in den USA nur vernünftig beim drittgrößten Carrier, es gab und gibt keinen funktionierenden Support, Kunden sind es nicht gewohnt über das Internet ihr Handy samt Vertrag zu kaufen, Kunden müssen mit Google Checkout bezahlen, ein paar Monate vorher startete das ‘ultimative’ Android Smartphone, das Motorola Droid und Google riskiert mit den anderen Hardware-Herstellern und den Carriern Hardball zu spielen. Selbst beim Selbstbewusstsein einer Google, klingt das für mich arg nach Harakiri.
Aber egal, die ganze Welt zittert und befragt die Orakel, was Google bloß mit seinen eigenen Smartphones vor hat. Sicher, Google will die Nutzung vom mobilen Internet fördern, Nutzer an seine eigenen Services binden und hoffen, dass alle fleißig auf mobile Anzeigen klicken und weiter die indexierbare Datenmenge vergrößern. Aber mal ehrlich, das Nexus One mit anderem Namen, in Europa, vom größten Carrier Vodafone mit seinen Shops, seinen Support und seiner iPhone-Aversion verkauft hätte deutlich bessere Absatzzahlen und damit Googles Intention erreicht. Ach ja, Vodafone setzt ja gerade auf Vodafone 360, wahrscheinlich im Vergleich zu einem selbstvertriebenen Nexus One, das falsche Pferd.
Und jetzt?
Das Nexus One wird mein Lieblings-Android-Smartphone bleiben. Und ich werde gern dort Dinge probieren, die mir ein iPhone von Apple nicht ermöglicht. Noch sind es nicht viele, aber das kann ja noch werden.
PS
Wer noch etwas vermisst oder wissen möchte, her mit euren Fragen. Einfach unten in das Kommentarfeld, zusammen mit einem ‘http://yves.to/82’ und ‘@hiyves’ schreiben und an Twitter absenden. Taucht dann ein paar Minuten später als Kommentar auf.
Nexus One - Making Peace
Es war ein arbeitsreiches Wochenende und in Sachen Nexus One relativ ereignislos. Ernüchtert von den fehlenden Möglichkeiten auf dem Device Screenshots zu machen, bin ich den zahlreichen Anleitungen im Web gefolgt, die dies mittels des Android SDK erledigen. Und das geht so, auf dem Mac:
Screenshots auf dem Nexus One mit dem Android SDK
- Auf dieser Seite das Android SDK für ‘Mac OS X (intel)’ herunterladen.
- Idealerweise das extrahierte Verzeichnis ‘android-sdk-mac_86’ an einen genehmeren Ort ziehen, zum Beispiel ins ‘Applications’ Verzeichnis.
- Auf dem Nexus One in die ‘Settings’ gehen, dann auf ‘Applications’, ‘Development’ und ein Häkchen bei ‘USB debugging’ setzen.
- Zurück auf dem Mac das Terminal starten und folgenden Befehl absetzen: ‘cd /Applications/android-sdk-mac_86/tools/’ und Return drücken.
- Anschließend ‘./ddms’ plus Return.
- Es öffnet sich der ‘Dalvik Debugging Monitor’ und nun wählt man im ‘Device’ Menü, dein Eintrag ‘Screen capture…’ aus.
- Es öffnet sich ein weiteres Fenster ‘Device Screen Capture’ in dem der aktuelle Screen des Nexus One zu sehen ist, den man wahlweise mit ‘Save’ abspeichern kann oder mit ‘Refresh’ aktualisieren.
Die restlichen freien Minuten habe ich mit der gezielten Suche nach ‘Likes’ verbracht. Das ist, was ich vorerst zusammen getragen habe.
Likes
- Die animierten Hintergründe. Die sind echt klasse. Sie kosten zwar Strom und erschweren das Lesen, aber sie sind cool. Jeder der mir über die Schulter geguckt hat, sagte ‘Wow!’ Wer sich von der Coolheit und Lesbarkeit überzeugen will, kann einen Blick in dieses Flickr Set werfen.
- Das ‘Power Control’ Widget [ō]. Eigentlich stehe ich ja nicht auf Widgets, aber die schnelle Kontrolle über Wi-Fi, Bluetooth, GPS, Sync und Bildschirmhelligkeit finde ich klasse. Es wäre noch toll, wenn auch eine Umschaltung zwischen 3G und 2G möglich wäre. Das würde noch etwas mehr beim Stromsparen helfen.
- Die Latitude Integration in Google Maps. Okay so viele Freunde und Stalker habe ich auf Latitude nicht, dass ich dauernd in einen reinlaufe. Aber es ist schon praktisch, dass nicht extra eine weitere Applikation gestartet werden muss.
- Die Google Mail App. Die fühlt sich erst auf Android und dem Nexus One so richtig rund an. Wobei Google Mail aufgrund der flachen Struktur nie sonderlich komplex werden kann. So passt es und hey, Push für lau ist auch nicht zu verkennen.
So, viel mehr kann ich mir vorerst nicht aus den Fingern saugen. Klar hätte ich auch ein paar neue ‘Dislikes’, aber die schenke ich mir, weil heute Sonntag ist.
Nexus One Factory Data Reset
Ursprünglich hatte ich vor das Nexus One heute ganz casual zu nutzen. So halt das übliche: Anrufen, Facebook, Twitter, Websites und E-Mails checken. Plötzlich fiel mir ein, dass ich ja im ersten Nexus Posting versprochen hatte meine iPhone Homescreens bei Flickr hochzuladen. Also musste ich unter Laborbedingungen mein iPhone starten (ich darf es ja eine Woche nicht nutzen) und weil iTunes auf meine MacBook Pro lief, syncte es inklusive Backup. Naja, dachte ich mir, guck ich doch mal ob es App Updates gibt und dann werfe ich direkt noch MobileMe Gallery drauf.
Gutes Stichwort
Während der Keynote zum Nexus One Launch hieß es doch, dass alle Fotos auch zu Picasa gesynct werden. Da ich Picasa noch nie benutzt hatte, habe ich mich mit meinem Google Account bei Picasa angemeldet und eine Web Gallery angelegt. Dann habe ich Fotos mit dem Nexus One gemacht und da wurde nix nach Picasa synchronisiert. Ich konnte lediglich Fotos explizit nach Picasa sharen. Also habe ich die Hilfe und Google Foren abgeklappert. So sollten in den ‘Settings’, unter ‘Accounts & sync’, dort unter meinem Google Account die Services stehen, mit denen sich das Nexus One synchronisiert. Und da stand nix von ‘Sync Picasa Web Albums’ und es gibt auch keine Möglichkeit weitere Services hinzuzufügen. Den Google Account löschen geht auch nicht — man bekommt einen Hinweis das einige Programme zwingend ein Google Account brauchen und man könne lediglich einen Factory Reset machen. Örgs.
Factory Reset
Der findet sich in den ‘Settings’ unter ‘Privacy’. Man wird auch ganz gut auf die Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen, aber da ja einiges synchronisiert und gesichert wird, hoffte ich, dass der Schaden sich in Grenzen hält. Nach dem Factory Reset begann die gleiche Einrichtung, wie ich sie gestern beschrieben hatte. Erfreulicherweise wurden folgende Dinge in der Tat gesichert und nach der Einrichtung des Google Accounts und der Synchronisation wieder zurückgespielt:
- Alle installierten Applikationen
- Alle Settings
- Alle WLANs
- Alle Bookmarks
Klingt komplett? Nicht ganz. Es fehlten:
- Alle angepassten Homescreens
- Alle Bluetooth Pairings
- Der Facebook Account
- Der Microsoft Exchange Account
- Alle Accounts und Settings in den nachträglich installierten Applikationen, wie Foursquare, Seesmic (inkl. YouTube und Bit.ly Accounts), Programm Manager, SplashID
Das kling nach einer Stange Arbeit, war es auch. Es ist wirklich ärgerlich, dass Android Applikationen alle ihre eigenen Settings haben und diese daher nicht zentral abgespeichert werden können. Ich stelle mir gerade vor, ich hätte in gleichen Maßen Apps wie auf dem iPhone installiert — da wäre ich eine Woche beschäftigt alles zu restaurieren.
Eigentlich …
… wollte ich mein Casual Posting ausklingen lassen mit meinen ersten ‘Likes’ und ‘Dislikes’. Da sich alle ‘Likes’ vorerst verbraucht haben, kommen hier noch ein paar
Dislikes
- Ich vermisse das oleophobische Display vom 3 GS. Das Nexus One sieht innerhalb kürzester Zeit wie eine Schmalzstulle aus. Bäh, da wurde am falschen Ende gespart. Da habe ich lieber ein paar MegaPixel weniger in der Kamera.
- Die lebenden Icons auf dem iPhone mit ihren Nummern Badges sind echt praktisch. Im Notification Bar vom Nexus One herrscht so ein Gedrängel, dass eingehende E-Mails einfach untergehen. Besonders wo sich zwei E-Mail-Programme im Status Bar [ō] tummeln.
- Der Power-Button ist auf der linken Seite, statt wie bei dem iPhone auf der rechten. Für einen Rechtshänder nicht so ideal, oft fühle ich mich genötigt beide Hände zu nehmen.
- Man kann keinen Shortcut für ‘Settings’ auf dem Desktop ablegen. Lediglich ein Subset steht zur Verfügung und dann sieht der Homescreen aus wie ein Mischpult. Update, siehe unten!
- Es scheint definitiv keine eingebaute Möglichkeit oder downloadbare Apps für Screenshots zu geben. Es sei denn man rootet sein Nexus One. Hallo? Ich bin doch nicht auf Linux. Ach so, doch. Hm.
- In einem Textfeld die Einfügemarke verschieben geht nur mit dem Trackbällchen. Nicht richtig gut und ich habe ein Video gesehen, wie Text markiert, kopiert und eingfügt wird und da ist mir schlecht geworden.
- Auf meinem iPhone kann ich einstellen, dass die Display Sprache Englisch ist, das Keyboard und die Formate aber Deutsch. Beim Android scheint nur alles oder nichts zu gehen. Nicht sehr polyglott.
Morgen …
… werde ich dann versuchen, dass Nexus One ganz casual zu nutzen. So mit anrufen, Facebook, Twitter, Websites und E-Mails checken. Und ich kann vielleicht etwas zur Batterielaufzeit sagen. Hoffentlich.
Update
Es gibt zwei Möglichkeiten Shortcuts zu den ‘Settings’ auf dem Homescreen abzulegen. Wenn man nur die Settings App auf dem Desktop haben möchte, geht man folgenderweise vor: Lange in einen freien Bereich auf dem Homescreen drücken. In dem Fenster ‘Applications’ [ō] auswählen und anschließend runter bis zu den ‘Settings’ [ō] scrollen und diese selektieren.
Möchte man einen Unterbereich, zum Beispiel ‘Wireless & network settings’, der Settings auf dem Homescreen als Shortcut ablegen, geht es so: Lange in einen freien Bereich auf dem Homescreen drücken. In dem Fenster weiter runter scrollen und ‘Settings’ [ō] auswählen und anschließend einen Unterbereich [ō]. Nun wird ein direkter Shortcut dorthin auf dem Homescreen erzeugt.
Hello, I am a Nexus One
Ich liebe Selbstversuche. Zu meinen größten Herausforderungen gehören die Ehe, der ‘Walk the Plank’ Trick auf meinem Longboard und das Essen einer Fischplatte in Saint Malo. Nun suche ich die nächste Nahtoderfahrung: Ich werde für eine Woche mein liebgewonnenes iPhone 3 GS gegen ein Google Nexus One tauschen.
So etwas bleibt nicht ohne Folge. Freunde kündigen. Versicherungen fordern erhöhte Beiträge und man bekommt vermehrt Spam von Therapeuten. Nee, alles Quatsch, aber spannend wird es schon. Warum? Lest einfach weiter.
Wie ich zum Nexus One gekommen bin
Wenige Minuten nach der Vorstellung des Nexus One am 5. Januar habe ich den Gadget Dealer meines Vertrauens, International Orders, aufgesucht und das Nexus One bestellt. Ich hatte noch zwei, drei sehr nette E-Mails mit Tim de Vallee von International Orders, um die Bezahlung von Kreditkarte auf Google Checkout zu drehen und dann ging die große Sammelbestellung los. Parallel hat International Orders eine eigene Seite für das Nexus One aufgezogen — wahrscheinlich lief die Mailbox bei denen über.
Was mich das Nexus One gekostet hat
Eine Stange. International Orders rechnet auf den Originalpreis einen Aufschlag, eine Eurostromadapter, Steuern, das Shipping, den Zoll und den Segen des Spaghettimonsters auf und landete alles in allem (in meinem Fall) bei $ 695.31. Was ca. € 477,45 sind und sich in Regionen üblicher unlocked Mobiltelefone bewegt. Also halb so schlimm.
Wie schnell ich das Nexus One bekommen habe
Die Lieferung ging als Priority Pack per Fedex auf Reisen. Am 7. Januar hat Tim Fedex informiert, am 9. wurde es abgeholt und am 12. Januar um 10:23 schlug es in meiner Agentur in Düsseldorf auf. Dazwischen lag ein Wochenende, aber Fedex arbeite laut Shipment Travel History durch.
Was ich zugunsten des Nexus One aufgebe
Sicher habt ihr schon viel über das Nexus One gelesen und offensichtlich scheint der Startpunkt, von dem man umsteigt, sehr wichtig zu sein. Daher will ich kurz beschreiben, was ich auf meinem iPhone so treibe. Nur so ist abzusehen, was ich vermissen werde und wobei ich hoffentlich positiv überrascht werde. Etwas Einblick in meine iPhone Nutzung dürften meine Homescreens geben, die ich bei Flickr abgelegt habe. Wenn ich 100% meiner iPhone Nutzung aufteilen müsste, würden die sich wie folgt verteilen:
- 30% Facebook App
- 30% Tweetie 2 App
- 20% Besuch mobiler Websites
- 10% E-Mails
- 5% SMS und telefonieren
- Rest*
*Zum gefühlten Rest gehören: SplashID (weil ich immer Passwörter vergesse), Google Maps, Camera (und seit neuestem TiltShift Generator), Foursquare, Programm Manager (zur Programmierung meines Entertain) und Instapaper (auch recht frisch).
Was auffallen dürfte, ist meine Verweigerung das iPhone als iPod zu nutzen. Was einfach daran liegt, dass ich einen 4 GB MicroVault Tiny USB Stick von Sony in meinem Mini Cooper D stecken habe und der randvoll mit House Podcasts ist. Damit ist mein mobiles Musikhörpotential erschöpft und eine potentielle Schwachstelle bei Android 2.1 mit großer Wahrscheinlichkeit umschifft — es ist aber halt so.
Weiter wäre mir wichtig, dass ich auf unseren Exchange-kompatiblen Zarafa Mailserver zugreifen kann und auf mein MobileMe-Postfach. Passwörter würde ich gern weiterhin, drahtlos mit der Desktop Version von SplashID synchronisieren. Und natürlich sollte meine soziale Netzlebensqualität nicht grundlegend leiden.
Was ich morgen mit dem Nexus One machen werde
Ich werde es auspacken, meine T-Mobile Multi-SIM einstecken und es einrichten. Und ich werde gespannt sein. Heute Abend werde ich meinem iPhone 3 GS einen Abschiedskuss geben und fange schon mal an, es zu vermissen.
© 2010 by Yves Luther