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Wie ich vor zwei Jahren Google Buzz erfunden habe.

Mit dieser vermessenen Überschrift möchte ich meine uneingeschränkte Eitelkeit befriedigen. Und vielleicht auch meinen Marktwert steigern. Oder beides. Bestimmt auch umgekehrt. Egal.

Social Hub

Graphic © by Yves Luther

Alles begann vor zwei Jahren. Damals war ich ein großer Fan von den Aggregationsfähigkeiten von Friendfeed, Activity Streams & Co. Und der Distributionsfähigkeit von Ping.fm. Aber ein noch größerer Fan von einer qualitativen Filterung des Real-Time-Noises.

So habe ich dann meine Idee vom Social Hub in mein Moleskin gescribbelt, etwas später dazu eine Keynote-Präsentation erstellt und diese auf dem BarCamp 3 in Berlin im Oktober 2008 vorgestellt (Video).

Da muss jemand von Google gesessen haben, denn einige der dort präsentierten Features meines Social Hub finden sich nun in Google Buzz wieder. So ist das im Universum. Ideen werden an vielen Stellen gleichzeitig geboren. Nur manche können sie besser groß ziehen.

Doch was habe ich mir unter einem Social Hub vorgestellt, dass ich Ähnlichkeiten zu Google Buzz proklamiere? Die Grundidee war in der Tat die eines ‘Social Networks’ im E-Mail-Client. Und einige der dort grob beschriebenen Features finden sich in Google Buzz wieder.

Aggregation von externen Aktivitäten

Im Social Hub sollten die Aktivitäten meiner Freunde und meine eigenen aggregiert dargestellt werden. In der Tat aggregiert Google Buzz meine eigenen Aktivitäten aus ca. 10 Services und spielt diese als Updates in meinen Buzz Stream ein. Sofern meine Freunde dies ebenfalls tun, sehe ich auch deren aggregierten Updates.

Aggregation von internen Aktivitäten

Auch Aktivitäten, wie IM, E-Mails oder VoIP-Calls sollten im Social Hub aggregiert werden. Ob ich damals schon so weit war diese der Welt mitzuteilen oder diese nur für die eigenen Dokumentation vorzuhalten, kann ich nicht mehr genau sagen. So weit ist Google Buzz zwar auch noch nicht, es werden jedoch Aktivitäten von Google eigenen Services wie Google Talk, YouTube und Google Reader aggregiert und als Updates veröffentlicht.

Suche mit einer Omnibox

Google Chrome als Browser scheint damals recht frisch gewesen zu sein und seine Omnibox zur URL- und Suchanfrage-Eingabe scheint bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Sowas wollte ich auch im Social Hub haben. Google Buzz hat auch eine tolle Suche. Zum Beispiel gehen auch so fortgeschrittene Anfragen, wie ‘commenter:yves.luther’ um sich alle seine Kommentare innerhalb von Google Buzz anzeigen zu lassen.

Mobiler-, Desktop- und TV-Screen

Schon damals wollte ich wenn, dann alles auf allen Screens haben. Natürlich jeweils optimiert. Zwei dieser Screens, den mobilen und den Desktop Screen deckt Google Buzz perfekt ab. Das mobile Interface von Google ist eins der besten überhaupt. Auf dem TV-Screen ist Google so gut wie gar nicht präsent, sieht man mal von der HD-Fähigkeit von YouTube ab. Aber auch so würde ich fast die volle Punktzahl geben.

Relevanz durch Anzahl der Konversationen

Den größten Nutzen von einem Social Network im E-Mail-Client habe ich mir von der Analyse der Anzahl der Konversationen erhofft. Je mehr ich mit einer Person kommuniziere, um so wichtiger ist sie für mich und um so höher sollten Updates dieser Person gewichtet werden. Etwas ähnliches hat Google mit den initial vorgeschlagenen Personen, denen ich folge kann / sollte, gemacht - wenn auch mit zum Teil fatalen Folgen für die Privatsphäre.

Relevanz durch Location

Da ich über das mobile Interface meine Updates in Google Buzz an eine Location knüpfen kann, können andere Buzzer gucken was in ihrer Nähe gebuzzt wird. So, wenn auch komplett automatisch, sollte das Social Hub funktionieren. Google Buzz lässt mit dagegen die Option, ob ich ortsunabhängig oder ortsgebunden buzzen möchte. So ist es besser.

Kontakte als Freunde

Als Verfechter einer kleinen, aber feinen Zahl von Freunden in sozialen Netzen, habe ich einen Vorteil in der Gleichsetzung von Kontakten und Social Networks Buddies gesehen. Oft werde ich dafür angefeindet, weil ich nicht bedingungslos zurückfolge, aber hey - so halte ich das Rauschen gering. Google Buzz zieht nur beim Einrichten die eigenen Kontakte mit Buzz Accounts heran. Spätere Freunde werden nicht automatisch den Kontakten zugeordnet. Würde aber Sinn machen, sobald es sowas wie Direct Messages gibt.

Einfache Medienintegration und -Sharing

Das Social Hub sollte auch lokale, wie Medien in der Cloud, posten können. Google Buzz macht ähnliches und bietet das einfache Einbinden von Fotos, lokal oder aus dem Netz, an. Links in einem Update werden erkannt und es können Meta-Informationen oder Bilder in das Update integriert werden. Bilder und Videos werden inline zum Angucken bzw. Abspielen angezeigt.

Bin ich sauer?

Nein. Ich freue mich. So schön wie Google Buzz geworden ist, konnte ich mir mein Social Hub gar nicht vorstellen. Schade nur dass andere, die von meiner Idee wussten, nicht das Potential erkannt haben und wir etwas daraus gemacht haben. Glücklicherweise habe ich noch ein paar andere Ideen. Bei denen werde ich etwas stärker hinterher sein, dass aus denen etwas wird. Irgendwann muss das mit dem Berühmt- und Reichwerden doch mal klappen.

2010-02-14, 23:05

Booom

Please welcome yvesluther.name 3.0 — my future Social Hub on the Interweb. Things are a little bit rough and need some ironing, so please forgive. The reduced look is no fault, it’s a concept. As a result the site should be working nice on an iPhone.

Stroll a little bit around, maybe you find something helpful amongst my bookmarks, some inspirations from my projects or something geeky from Technoskop — my gadget aggregator.

If you stumble upon my new comment system, don’t forget to add ‘@hiyves’ and the short URL to your tweet to be included as a Tweet Comment. Simply click on the buttons below the textarea to insert the corresponding text. And please allow a few seconds for your tweet to appear. I’ll promise to check every 60 seconds for new tweets on my comment account twitter.com/hiyves.

Enjoy and keep coming.

2009-09-26, 22:20

© 2010 by Yves Luther